Le Gouvernement du Grand-Duché du Luxembourg

Das Kloster Fünfbrunnen wurde 1906 von der katholischen Ordensgemeinschaft der Herz-Jesu-Priester erbaut und, abgesehen von einer Unterbrechung während des Zweiten Weltkriegs, lebten dort Priester bis 2021.

1941 haben die Nazi-Besatzer das Kloster geschlossen und das Gelände als Internierungsort – von den Nazis als „Jüdisches Altersheim“ bezeichnet – für in Luxemburg lebende Juden benutzt. Von 1941 bis 1943 wurden dort etwa 300 Juden, die vorher aus ihren Wohnungen vertrieben worden waren, interniert. Die meisten von ihnen wurden anschließend in Konzentrationslager deportiert.

Nach Kriegsende kehrten die Priester nach Fünfbrunnen zurück. Ab den 1950er-Jahren wurden auf dem Gelände Ferienkolonien organisiert. Infolge einer Vereinbarung mit der jüdischen Gemeinde Luxemburgs wurde das Kloster Fünfbrunnen 2020 vom Staat erworben, um dort ein Gedenk- und Bildungszentrum einzurichten.

2021 verließen die letzten Priester das Kloster und seit 2022 bieten der Service national de la jeunesse (SNJ) und das Zentrum fir politesch Bildung (ZpB) pädagogische Aktivitäten rund um die Themen „Gedenken an die Opfer des Holocausts“, „Sensibilisierung für Antisemitismus und Rassismus“ und „Förderung von Demokratie und Menschenrechten“ an.

  • 1822-1829

    Bau der MĂĽhle an der Woltz

  • 1903

    Kauf des Bauernhofs durch deutschen Orden der Herz-Jesu-Priester

  • 1904

    Kauf der MĂĽhle durch die Herz-Jesu-Priester

  • 1906–1907

    Bau des Klosters FĂĽnfbrunnen als Noviziat und Missionsschule

  • 1909–1910

    Bau der Klosterkapelle

  • 1924

    Fertigstellung des neuen Bauernhofes

  • 1930

    Errichtung der Lourdes-Grotte

  • 1933

    Anlegung des Klosterfriedhofes

  • 1940

    Besetzung Luxemburgs und Beginn der Judenverfolgung

     

  • 1941

    03/1941 Auflösung des Klosters und Vertreibung der Klosterbewohner durch die Gestapo (Geheime Staatspolizei)

    08/1941 Einrichtung des „Jüdischen Altersheims“ in Fünfbrunnen
    Ankunft der ersten Juden

    16/10/1941 Erste Deportation aus Luxemburg in den Osten (21 Juden aus dem „Altersheim“)

    10-11/1941 Pläne für Erweiterung des „Altersheims“, Beginn des Baus der Baracken

  • 1942

    23/04/1942 Zweite Deportation (7 Juden aus dem „Altersheim“)

    12/07/1942 Dritte Deportation (8 Juden aus dem „Altersheim“)

    26/07/1942 Vierte Deportation (13 Juden aus dem „Altersheim“)

    28/07/1942 Fünfte Deportation (77 Juden aus dem „Altersheim“)

    07/1942 Stopp des Baus der Baracken

  • 1943

    06/04/1943 Sechste Deportation (88 Juden aus dem „Altersheim“)
    Auflösung des „Jüdischen Altersheims Fünfbrunnen“

    17/06/1943 Siebte und letzte Deportation aus Luxemburg (3 Juden aus dem „Altersheim“)

  • 1944/45

    Ardennenoffensive: Nutzung des Klosters als Militärlazarett

  • 1950

    Beginn der Ferienkolonien der katholischen Caritas in FĂĽnfbrunnen

  • 1954

    RĂĽckkehr der Herz-Jesu-Priester

  • 1955

    Das Kloster FĂĽnfbrunnen wird wieder zum Noviziat
    Nutzung als spiritueller RĂĽckzugsort

  • 1957

    Einweihung des Caritas-Ferienheimes

  • 1961

    Der letzte Novize beendet seine Ausbildung in FĂĽnfbrunnen

  • 1962–1963

    Renovierung der Kapelle

  • 07/1969

    Einweihung des Monuments zum Gedenken an die Opfer der Shoah

  • 1989

    Ăśbernahme des Ferienheims durch die Herz-Jesu-Priester

  • 12/2020

    Verkauf des Klosters samt Gelände an den luxemburgischen Staat

  • 01/2021

    Unterzeichnung des Wiedergutmachungsabkommens zwischen dem luxemburgischen Staat und der jĂĽdischen Gemeinde Luxemburgs

  • 2022

    Symbolische Schlüsselübergabe an das Ministère de l’Éducation nationale, de l’Enfance et de la Jeunesse

Back to top